Rehabilitation

Drei Studien zeigen Wirksamkeit von Rehabilitation bei Long COVID-Symptomen

Drei aktuelle Studien zeigen die positive Wirkung von individuell angepassten Rehabilitations-Programmen. Forschende aus Norwegen beschreiben die Effekte eines ambulanten verhaltenstherapeutischen Rehabilitationsprogramms auf körperliche Funktionen. Im Rahmen der PoCoRe-Studie (Post-Covid-Rehabilitation) konnte eine Verbesserung von neuropsychologischen Defiziten sowie Fatigue beobachtet. Des Weiteren wiesen Forschende im Saarland die Wirksamkeit eines Bewegungstrainings bei Patient*innen mit leichtem bis moderatem PEM nach.

In einer in Südnorwegen durchgeführten randomisierten klinischen Studie wurden 314 Patient*innen mit leichten bis mittelschweren Long COVID-Symptomen wie Fatigue, kognitiven Einschränkungen sowie PEM (Post-exertionelle Malaise) in einem ambulanten verhaltenstherapeutischen Rehabilitationsprogramm behandelt. Die zwischen Februar 2022 und April 2024 per Fragebogen erhobenen Daten zeigen eine anhaltende und klinisch signifikante Verbesserung der körperlichen Funktionen. Das Programm bestand für jeden Patient*innen individuell aus zwei bis acht ambulanten Besuchen. Die Forschenden schlussfolgern aus den Ergebnissen, dass eine solche wirksame und sichere Intervention die klinische Routineversorgung unterstützen kann.

Zur Studie: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2828267#:~:text=This%20randomized%20clinical%20trial%20found,behavioral%20approach%20compared%20with%20CAU

In der prospektiven, nicht randomisierten, kontrollierten Längsschnittstudie PoCoRe (Post-Covid-Rehabilitation) wurden in sechs stationären deutschen Reha-Einrichtungen insgesamt 1.086 Patient*innen behandelt. 701 Teilnehmende wurden in die Hauptdatenanalyse einbezogen. Im Ergebnis konnte bei mittelschwer betroffenen Patient*innen eine Verbesserung der Aufmerksamkeit und Fatigue beobachtet werden. Die Forschenden betonen die besondere Bedeutung einer umfassenden neuropsychologischen Bewertung und einer individuellen Anpassung der Maßnahmen während der Rehabilitation. Weitere Forschung sei notwendig, auch um bestehende Tests zu optimieren. Auch weist die Autorenschaft auf die nicht zufriedenstellende Nachsorgesituation in Deutschland hin, denn bis zu 50 Prozent der Patient*innen werden aus der Rehabilitation mit anhaltenden neurokognitiven Defiziten im Aufmerksamkeitsbereich entlassen.

Zur Studie: https://www.frontiersin.org/journals/neurology/articles/10.3389/fneur.2024.1486751/full


Forschende um Andreas Barz von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken untersuchten in einer multizentrischen, randomisierten kontrollierten Studie die Wirksamkeit eines individualisierten und symptombezogenen Bewegungstrainings. Zwischen April und Dezember 2023 absolvierten 118 Teilnehmende in 19 kommerziellen Fitness- und Gesundheitseinrichtungen ein zehnwöchiges Programm aus Kraft- und Ausdauertraining. Im Ergebnis stellten die Forschenden eine Verbesserung von Fatigue, gesundheitsbezogener Lebensqualität, Handgriffkraft, Ausdauerkapazität und Post-exertioneller Malaise (PEM) fest. Bei Patient*innen mit leichter bis moderater PEM habe sich die individuelle Anpassung des Trainingsprogramms als sichere und wirksame Strategie erwiesen.

Zur Studie: https://www.nature.com/articles/s41598-024-82584-4

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Details zur Qualitätssicherung der gesundheitsbezogenen Inhalte lesen Sie bitte in unserem Methodenpapier.